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Erwerbspersonenentwicklung



Der demografische Wandel hat zwei direkte Auswirkungen auf die Erwerbsbevölkerung Deutschlands:

Weniger Arbeitskräfte
Ungefähr bis zu den Jahren 2010 bis 2015 wird die Anzahl der verfügbaren Arbeitskräfte auf dem heutigen Niveau bleiben oder sogar noch ansteigen. Nach 2015 wird die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte sinken. Zwei Faktoren haben auf das Ausmaß des Rückgangs erheblichen Einfluss:
Ohne den mildernden Einfluss von Zuwanderung und Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren wird das Erwerbspersonenpotenzial von heute ca. 41 Millionen, bis 2040 um ca. 15,5 Millionen abnehmen. Unter der Annahme eines starken Anstiegs der Frauenerwerbsquote, der Erwerbsbeteiligung Älterer (Arbeiten bis zum gesetzlichen Rentenalter) und einer jährlichen Zuwanderung von 200.000 bis 300.000 Menschen wird sich der Rückgang auf sechs bis sieben Millionen Personen abschwächen.
In jedem Fall wird die Zahl der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte deutlich zurückgehen.


Ältere Arbeitskräfte
Legt man das oben geschilderte Szenario (Zuwanderung zwischen 200.000 bis 300.000 Personen, stark steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren) auch bei der Altersverteilung der Erwerbsbevölkerung zugrunde, so ergibt sich folgendes:
Noch ist das Verhältnis zwischen über 50-Jährigen und unter 30-Jährigen nahezu ausgeglichen (23 Prozent zu 21 Prozent), jedoch wird bereits in wenigen Jahren ein Effekt sichtbar, den man als "Altersscheren-Effekt" bezeichnet: Es werden in naher Zukunft (ab 2008 starker Anstieg) deutlich mehr über 50-Jährige dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen als unter 30-Jährige. Höhepunkt dieser Entwicklung ist das Jahr 2020: hier steht eine Quote von 35 Prozent bei den über 50-Jährigen einer Quote von 19 Prozent bei den unter 30-Jährigen gegenüber (s. Abbildung). Mit einem Anteil von 55 Prozent sind derzeit die Erwerbstätigen zwischen 31 und 49 Jahren die am stärksten vertretene Gruppe. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem "Mittelaltenberg". Dieser wird in 15 bis 20 Jahren zu einem "Altenberg". Die deutschen Unternehmen werden dann mehr ältere Arbeitskräfte als jemals zuvor haben.




(Quelle: Stat. Bundesamt; Fuchs, Thon 1999; Fuchs 1994; GfAH)