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Ältere sind nicht weniger leistungsfähig!
Mit dem Älterwerden werden häufig noch Eigenschaften in Verbindung gebracht, die Leistung, Kreativität, Flexibilität und lebenslanges Lernen in Frage stellen. Dass dem nicht so ist, zeigen alle neueren Forschungsergebnisse: Danach haben Leistungskraft und Innovationsfähigkeit weniger mit dem biologischen Alter zu tun, sondern vielmehr damit, ob Menschen in ihren individuellen Lebens-, Erwerbs- und Berufsverläufen fördernden oder hemmenden Bedingungen unterliegen und ob ihre Potenziale von den Organisationen richtig genutzt und eingebunden werden.


Voraussetzung: altersgerechte Organisation und Gestaltung der Arbeit
Ohne Zweifel wird es mit dem Altern schwieriger, einen Arbeitstag zu bewältigen, der sehr hohe physische und psychische Anforderungen stellt. Darüber hinaus braucht der Ältere mehr Zeit, um sich zu erholen. Viele dieser Einschränkungen verlieren aber durch gut gestaltete Arbeit an Bedeutung oder können durch angemessene Hilfen ausgeglichen werden - hier setzt das "Kompensationsmodell des Alterns" an. Einfache Beispiele sind selbst bestimmte Pausen und die individuelle Wahl der Schriftgrößen am Computer.
Dann bleiben viele Fähigkeiten sehr lange konstant: Die Fähigkeit, sich normalen physischen und psychischen Anforderungen anzupassen und einen optimalen Leistungszustand während eines Arbeitstages beizubehalten. Oder die Konzentrationsfähigkeit - genügend Erholung oder Abwechslung vorausgesetzt.




Älter werden heißt: Kompetenzen (weiter)entwickeln
Heute wird das Phänomen des Älterwerdens als Prozess begriffen, in dem sich Kompetenzen verlagern. Das "Kompetenzmodell des Alterns" lenkt den Blick auf Fähigkeiten, die erhalten bleiben oder sich sogar erst entwickeln, sowie auf Persönlichkeitsbereiche wie soziale Kompetenz und Erfahrung. Dass das Kompetenzmodell eher der Realität entspricht, belegt eine Befragung von Betriebspraktikern zu ihrer Einschätzung der Leistungspotenziale von Jüngeren und Älteren:




Der "Senior Professional"
Dem älter werdenden Mitarbeiter können Stärken zugeordnet werden, denen in der Arbeitswelt der Zukunft eine hohe Bedeutung zukommt. Hierzu gehören

Insbesondere Letzteres wird von Unternehmensverantwortlichen besonders geschätzt.


Das Lernen nicht verlernen
Mittlerweile weiß man, dass Ältere nicht schlechter, sondern nur anders lernen als Jüngere. Ältere Arbeitnehmer haben im Lauf ihres Berufslebens eine Fülle von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten erworben und Erfahrungen gesammelt. Mögen auch manche konkreten Wissensbestandteile veraltet sein: Ältere verfügen über umfangreiches Grundlagen-, Prozess- und Erfahrungswissen sowie personale Kompetenzen, die für das Lernen von Neuem genutzt werden können. Dem ist durch didaktisch adäquate Gestaltung von Qualifizierungsangeboten Rechnung zu tragen.

Auch die Bereitschaft zur Weiterbildung ist weniger eine Frage des biologischen Alters als der individuellen Lerngewohnheit und des Selbstbilds. Mitarbeiter, deren Lernfähigkeit vom Unternehmen nie gefragt war, sehen sich selbst als lernunfähig und haben mit der Zeit auch ein Stück weit das Lernen verlernt. Mitarbeiter, deren Lernfähigkeit vom Unternehmen nicht mehr gefragt ist, weil sie zum "alten Eisen" deklariert werden, verlieren das Selbstvertrauen und die Motivation zur Weiterbildung. Unternehmen können und müssen die Lernbereitschaft ihrer Mitarbeiter fördern durch zielgruppenadäquate Lernangebote und Rahmenbedingungen.




Fazit:
Entgegen landläufigen Vorstellungen gibt es keinen Anlass, im demografischen Wandel eine existentielle Bedrohung zu sehen, wie dies gelegentlich dargestellt wird. Die Aufgaben der Zukunft können auch von älteren Belegschaften gelöst werden - wenn sich die Personalpolitik endlich darauf einstellt.


Siehe auch: Materialien in der Infothek   siehe auch



Siehe auch: Herausforderung für die Personalpolitik   siehe auch